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Schmerz: eine körperlich-seelische Wechselwirkung (von Dr. Arnd Stein)
Gewiss haben auch Sie schon diese unerfreuliche Erfahrung gemacht: Sie schneiden sich in den Finger und nehmen eine schmerzhafte Empfindung wahr, die zunächst recht heftig sein kann, allmählich schwächer wird und nach einiger Zeit wieder verschwindet. Das ist zwar unangenehm, doch die Natur hat den Schmerz nicht erfunden, um Sie zu ärgern oder zu peinigen. Im Gegenteil: Schmerz ist eine wichtige, ja lebenserhaltende »Alarmanlage«, die Verletzungen oder Störungen des Organismus anzeigt und entsprechende Gegenmaßnahmen in Gang bringen will.
Jedoch: Bestimmte Formen von Stress oder die Konzentration auf ein bedeutendes Ereignis können bewirken, dass sogar schwere Verletzungen, die »im Eifer des Gefechts« entstehen, nicht als schmerzhaft empfunden werden. Selbst der akute organische Schmerz ist also kein eindeutiges »Warnlämpchen«, kein objektiv erfassbarer körperlicher Prozess, der sich in immer gleicher Weise darstellt. Unsere Schmerzempfindungen sind in hohem Maße von seelischen Vorgängen, vor allem von der subjektiven Bewertung der Körpersignale abhängig. Dies gilt erst recht für chronische Schmerzen, die ja ohnehin ihre Rolle als sinnvolles »Frühwarnsystem« verloren haben und denen sich oftmals keine klare organische Schädigung zuordnen lässt. Auch wenn diese hochkomplizierten körperlich-seelischen Wechselwirkungen bislang nur zum Teil erforscht sind, haben zahlreiche medizinische und psychologische Untersuchungen eindeutig belegt: Vor allem chronische Schmerzen lassen sich häufig allein durch psychische Einflüsse - insbesondere durch Suggestionen - bessern. Demzufolge können Sie mit Hilfe der Tiefensuggestion und der Aktiv-Suggestion Ihre Schmerzempfindungen spürbar lindern und somit auch Ihren Bedarf an Medikamenten verringern. Das Angebot psychologischer Möglichkeiten zur Schmerzbekämpfung ist offenbar dringend notwendig. Denn: Jeder sechste Bundesbürger greift täglich zu einem der über 600 verfügbaren Schmerzmedikamente - was zu einem jährlichen Verbrauch von 300 Millionen Schmerzmittel-Packungen führt.
Die schmerzlösende Wirkung von Entspannung und Suggestionen
Eine 32jährige Patientin sucht unsere psychologische Praxis wegen chronischer Kopfschmerzen auf, von denen sie schon seit Jahren gequält wird. Da die verschiedensten medizinischen Untersuchungen keinerlei organische Befunde ergeben haben, möchte sie versuchen, ihre Beschwerden mit Hilfe einer Suggestionsbehandlung zu beseitigen. Während sie sich entspannt, nimmt sie über Kopfhörer die vielschichtigen Klang- und Sprachmuster der Tiefensuggestion wahr. Als die Sitzung beendet ist und sie ihre Augen wieder aufschlägt, macht sie einen völlig überraschten Eindruck. Ungläubig fasst sie sich an den Kopf und sagt: »Meine Schmerzen sind weg!« Diese spontane Besserung gewinnt vor allem deshalb an Bedeutung, weil die Patientin nach einem halben Jahr immer noch beschwerdefrei ist.
Eine Ausnahme? Keineswegs. Solche Erfolge sind bei der Behandlung chronischer Schmerzen - vor allem, wenn keine organischen Ursachen vorliegen - gar nicht so selten. Um jedoch möglichen Rückfällen vorzubeugen, hat es sich als ratsam erwiesen, eine Reihe weiterer Sitzungen durchzuführen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass solche Behandlungen durchaus auch mit Hilfe einer CD/Kassette möglich sind - vorausgesetzt, das Suggestionsprogramm erfüllt wichtige psychologische Voraussetzungen.
Die CD/Kassette Den Schmerz besiegen sowie das ergänzende Programm Den Schmerz lindern enthalten jene suggestionspsychologischen Elemente, die sich bei der Schmerzbekämpfung bewährt haben:
(1) Entspannungsmusik mit einem Rhythmus von 60 Taktschlägen pro Minute.
(2) Angenehme Vorstellungsbilder (Spaziergang in einer Parklandschaft, gemütlicher Abend am offenen Kamin).
(3) Vertiefung der Entspannung durch einen »Traum im Traum«: Der Hörer ruht sich auf einer Parkbank aus - und vor seinem inneren Auge erscheint ein behagliches Kaminzimmer, in dem er mit zahlreichen Suggestionen zu körperlich-seelischem Wohlbefinden angeregt wird.
(4) Geflüsterte Stimmen, die im Stereo-Panorama räumlich versetzt angeordnet und parallel zur Hauptstimme hörbar sind, vermitteln zusätzlich entspannungsfördernde und schmerzlindernde Suggestionen. Diese »unsichtbaren Helfer« begleiten den Hörer während seines gesamten Phantasiespaziergangs.
(5) Die simultane Darbietung mehrerer Stimmen, ihre unterschiedliche Intonation, ihre Position im Stereo- Bild und in speziellen Hallräumen stellen äußerst wirksame therapeutische Elemente dar.
(6) Nach etwa 15 Minuten entfalten fünf verschiedene Stimmen gleichzeitig ihre entspannende, erleichternde, konfliktlösende und schmerzlindernde Wirkung auf verschiedenen sprachlichen und bildhaften Ebenen. Dabei werden zahlreiche in der Schmerztherapie erfolgreich erprobte Suggestionsinhalte miteinander verflochten:
- Vergessen oder subjektive Verkürzung schmerzhafter Erfahrungen durch indirekte Suggestionen wie: »Wenn man vergisst, an etwas zu denken, ist es plötzlich nicht mehr spürbar.«
- Schmerzunverträgliche Gedanken und Vorstellungen: »Erstaunlich, wie angenehm leicht die Körperempfindungen sein können, wenn die Seele gelöst und entspannt ist.«
- Erinnerungen an schmerzfreie Zeiträume.
- Gedankliche Lösung der schmerzenden Körperregionen vom bewussten Ich (Dissoziation): »Natürlich werden organische Schmerzen irgendwo registriert - aber ich muss sie nicht spüren.«
- Bessere Bewältigung von Alltagsproblemen.
- Die Lösung zwischenmenschlicher Konflikte wird angeregt durch indirekte Suggestionen wie: »Es gibt viele Wege, den Umgang mit anderen zu verändern.«
- Orientierung auf schmerzfreie Zeiträume in der Zukunft: »Sie werden sich wundern, wie viele der angenehm leichten und gelösten Empfindungen Sie auch nach der Rückkehr aus Ihren Träumen spüren können.«
Diese einzigartige Kombination entspannungsfördernder und schmerzlindernder Suggestionsmuster hat sich bei der Behandlung akuter wie chronischer Schmerzen als erstaunlich hilfreich erwiesen.
Allerdings: Selbstverständlich gibt es auch zahlreiche Schmerzsymptome, die ein ernstzunehmendes Warnsignal darstellen und - mitunter eine umgehende - medizinische Behandlung notwendig machen.
Erfahrungen in der Schmerzambulanz
In Zusammenarbeit mit Dr. G. Schütze, Chefarzt der Schmerzambulanzen in den Krankenhäusern Werdohl und Letmathe, wurde unser neues Suggestionsverfahren bei zahlreichen Schmerzpatienten getestet und mit verschiedenen medizinischen Behandlungsansätzen kombiniert. Die Ergebnisse dieser Versuche waren ebenso interessant wie ermutigend: Unsere Entspannungs- und Suggestionsmethode eignete sich grundsätzlich als ergänzendes Verfahren - ganz gleich, welche Symptomatik vorlag und welche schmerztherapeutische Methode angezeigt war. Bei Patienten, die eine psychologische Behandlung nicht ablehnten, war eine kombinierte Therapie der rein medizinischen Behandlung überlegen - selbst wenn die Betroffenen eine längere »Schmerzkarriere« hinter sich und schon fast resigniert hatten. Ja, viele von ihnen konnten nach einiger Zeit ausschließlich mit unseren CDs/Kassetten erfolgreich behandelt werden, wodurch sich ihre Schmerzen und ihr körperlich-seelisches Befinden besserten. Umgekehrt gab es auch einige - vorwiegend ältere - Patienten, die unser Suggestionsverfahren skeptisch bis ablehnend bewerteten und es nur widerwillig ausprobierten. Obwohl manche von ihnen schließlich das Verfahren akzeptierten und sich schließlich von seiner Wirkung überrascht zeigten, hat sich eine negative Grundeinstellung als entscheidender Hemmschuh gegen eine erfolgreiche Schmerzbehandlung mit Entspannung und Suggestionen erwiesen.
Diese Beobachtungen machen deutlich, dass der psychologische Aspekt chronischer Schmerzen eine weitaus größere Rolle spielt, als allgemein angenommen wird. Sicher: Es ist schon lange bekannt, dass unser Gehirn Schmerzen nicht nur registrieren oder betäuben, sondern auch »machen« kann. Und dass Unruhe und Angst, Ärger oder Depressionen ganz typische seelische Schmerzverstärker sind, hat sicherlich schon jeder am eigenen Leibe erfahren. Doch allzu oft wird übersehen, dass Schmerzen nicht nur Leiden verursachen, sondern auch einen »Gewinn« mit sich bringen, nämlich Zuwendung und Anteilnahme durch die Mitwelt. So nehmen in der Tat viele Menschen lieber körperliche Pein in Kauf, als das seelische Leid mangelnder Zuneigung ertragen zu müssen. In diesem psychischen Mechanismus liegt häufig der Grund dafür, dass sich mancher organisch bedingte chronische Schmerz so hartnäckig gegen jeden Therapieversuch behauptet. Und erst recht lassen sich auf diese Weise jene oft rätselhaften Schmerzempfindungen erklären, die keinerlei (oder nur unspezifische) organische Ursachen haben. Gerade bei Kindern zeigen sich seelisch bedingte Schmerzen besonders eindrucksvoll, weil bei ihnen - im Gegensatz zu vielen Erwachsenen - die Ursache meist unmittelbar sichtbar wird: Bauchschmerzen, wenn die Eltern abends ausgehen wollen, Kopfschmerzen vor einer Klassenarbeit oder eine schmerzendes Handgelenk bei den lästigen Hausaufgaben.
Inwieweit psychogene Schmerzen tatsächlich »da« (also neurophysisch nachweisbar) oder nur eingebildet sind, lässt sich natürlich im Alltag kaum überprüfen. Vermutlich kann nicht einmal der Betroffene selbst darüber eine wahre Aussage machen, weil er ja in der Regel davon überzeugt ist, die Schmerzen wirklich zu »haben«.
In der Schmerzambulanz indes begegnet man häufig hartnäckigen chronischen Schmerzen ohne organische Ursachen, die nachweislich körperlich nicht existieren können. Sie sind demnach entweder nur vorgetäuscht oder allein in der Phantasie des Leidenden vorhanden, wie das folgende Fallbeispiel zeigt: Eine 57jährige Patientin, verwitwet und alleinstehend, litt seit längerer Zeit unter unspezifischen Rückenschmerzen (Lendenwirbelsyndrom). Im Zuge mehrerer therapeutischer Maßnahmen wurde auch eine starke lokale Schmerzblockade vorgenommen. Obwohl die entsprechende Körperregion völlig schmerzunempfindlich war, klagte die Frau dennoch über eine zunehmende Verstärkung der Rückenschmerzen. Geduldige Zuwendung durch den behandelnden Arzt sowie eine Anwendung der Stereo-Tiefensuggestion machten die Patientin jedoch (vorübergehend) beschwerdefrei.
Auch in vielen anderen Fällen zeigte sich immer wieder, dass gerade für die Genesung von Schmerzpatienten seelische »Streicheleinheiten« äußerst wichtig waren.
Suggestionen gegen Schmerzen
Um die komplizierte körperlich-seelische Wechselwirkung bei der Entstehung und Unterdrückung von Schmerzempfindungen besser zu verstehen, muss noch folgende interessante Erkenntnis berücksichtigt werden: Unser Körper besitzt ein geniales Abwehrsystem gegen Schmerzreize, die sogenannten Endorphine. Das sind Betäubungsmittel, die von Gehirn und Rückenmark produziert werden und an bestimmten Stellen der Nervenbahnen eine schmerzunterdrückende Wirkung ausüben. Eben weil es solche körpereigenen »Schmerzmittel« gibt, ist es möglich, allein durch psychologische Einwirkungen die subjektiven Schmerzempfindungen deutlich zu senken oder sogar auszuschalten.
Amerikanische Untersuchungen haben bestätigt, dass der bekannte Placebo-Effekt (also die Wirkung von Scheinpräparaten) bei der Schmerzbehandlung zum Teil durch Endorphine ausgelöst wird. Auf diese Weise ist auch die schmerzlindernde Wirkung der Stereo-Tiefensuggestion erklärbar. Denn: Ein Placebo ist ja nichts anderes als eine indirekte Suggestion: »Dieses Präparat wird mir bestimmt helfen!« Folglich ist anzunehmen, dass es auch durch direkte verbale Beeinflussungen möglich ist, die Ausschüttung körpereigener Betäubungsmittel anzuregen.
Tatsächlich haben zahlreiche Untersuchungen eindrucksvoll demonstriert, dass durch reine Suggestionsbehandlungen nicht nur akute Schmerzen völlig betäubt werden, sondern auch chronische Leiden über die therapeutische Sitzung hinaus überdauernd gelindert oder beseitigt werden können. Mehr noch: Im Vergleich mit der bloßen Verabreichung von Placebos können bestimmte Suggestionen unter bestimmten Bedingungen wesentlich intensiver und nachhaltiger wirken.
So haben Experimente gezeigt, dass die schmerzlösende Wirkung von Scheinpräparaten durch einen Endorphin-Gegenspieler aufgehoben wurde. Dieser Stoff hatte aber keinen Effekt, wenn die vorausgehende Schmerzbehandlung durch Suggestionen in einem tranceartigen Entspannungszustand erfolgt war: Die Probanden blieben weiterhin beschwerdefrei. Daraus lässt sich folgern, dass bei der suggestiven Schmerzbehandlung neben Endorphinen auch andere bislang noch nicht bekannte Stoffe bzw. Vorgänge für die wahrgenommene Besserung verantwortlich sind.
Wenn man Schmerzen mit Hilfe von Suggestionen beeinflussen möchte, ist es aber keinesfalls gleichgültig, nach welchen inhaltlichen und formalen Kriterien die sprachlichen Muster aufgebaut werden. Besonders wirkungsvoll sind offenbar Suggestionen, in die schmerzunverträgliche Erfahrungen eingeflochten werden - wie z.B. das Gefühl der Entspannung, angenehme Körperempfindungen oder das Vergessen bzw. die Umdeutung schmerzhafter Episoden.
In unserer psychologischen Praxis zeigte sich, dass direkte Suggestionen (»Wenn sich gleich die Augen öffnen, sind Ihre Schmerzen verflogen.«), die in keinerlei akustisches Umfeld eingebettet waren, oftmals nur einen geringen Erfolg hatten oder gar ein Stirnrunzeln des Patienten bewirkten. Wurde der Sprache jedoch unsere Entspannungsmusik unterlegt, unterblieben solche Unmuts- bzw. Abwehrreaktionen vollständig. Sobald dem Patienten zusätzlich ein Phantasiespaziergang (z.B. am Strand oder auf einer Blumenwiese) dargeboten wurde erreichten wir auch mit direkten Suggestionen Besserungen der Schmerzleiden. Die weitaus besten Resultate erzielten wir immer dann, wenn neben der Musik und den plastischen Vorstellungsbildern mehrere direkte und indirekte Suggestionen gleichzeitig dargeboten wurden.
Offenbar vereinigt dieser mehrdimensionale Ansatz jene suggestiven Rahmenbedingungen, die sich in zahlreichen Experimenten bei einer erfolgreichen Behandlung chronischer Schmerzen als besonders wirksam erwiesen haben: die Verringerung der Wachheit des Patienten, eine Lösung seiner körperlich-seelischen Spannungen und Konflikte sowie eine sanfte Ablenkungs-Strategie, durch die seine (unbewussten) Widerstände »überlistet« und somit seine Aufnahmebereitschaft und seine Akzeptanz der schmerzlindernden Suggestionen deutlich erhöht werden.
Aus diesen Versuchsergebnissen lässt sich folgern: Wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, so können doch alle Schmerzpatienten (egal, ob organische oder seelische Ursachen im Vordergrund stehen) mit Hilfe sinnvoll eingesetzter Suggestionsverfahren ihre subjektiven Schmerzempfindungen lindern oder sogar beseitigen. Die CDs/Kassetten Den Schmerz besiegen und Den Schmerz lindern können Ihnen dabei helfen, eigene schmerzlösende Kraftquellen zu entfalten, ihr körperlich-seelisches Gleichgewicht zu fördern und damit Ihr allgemeines Wohlbefinden spürbar zu steigern.
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